ICH HÖRE EUCH SCHON SCHREIEN…

… „puhh, ist das süß!“
Der Drink ist süß, sogar verdammt süß, aber verehrte Leser, Ihr sollt euch damit ja auch nicht voll laufen lassen!
Dieser Cocktail ist wie ein Dessert nach einem guten Essen und genau als solches sollte man ihn genießen.
Gerade jetzt, wo die Zeit naht, in der man Gäste empfängt und sie mit deftigen Rinderbraten, opulenten Saucen, Rotkohl und Semmelknödel bewirtet.
Genau das habe ich am Samstag gemacht.
Üblicherweise verwöhnen wir unsere Freunde im Anschluss an solche lukullischen Ausschweifungen mit einem Dessert und darauf folgend, mit einer schönen Käseplatte, die dann den Rest des Abends auf dem Tisch bleibt.
Dieses Mal haben die beste Ehefrau und ich beides vereint.
Es gab keine Île Flottante oder Crème Brûlée, dafür sind wir direkt zur Käseplatte übergegangen, begleitet von einem süßen Cocktail, dem WERTERS MAGIC…

 

WERTHERS MAGIC
4 cl Perdro Ximénez Sherry der Marke Lustau
2 cl Apricot Brandy
2 cl Cherry Brandy
0,8 cl Amaretto
2 cl Sahne
Auf Eis schütteln und in eine vorgekühlte Cocktail Schale abseihen.

Optisch läßt es das schlimmste vermuten.
„Oh nein, ein Glas Bailye‘s Creme, ich, äh…muss noch weg, ….mhhh…äh, der Babysitter…..“

Aber scheiss drauf, es ist nur die Optik!
Eure Partner*innen habt Ihr ja schließlich auch nicht nur danach ausgesucht, wie sie aussehen…ich kleiner süßer bin z.B. Diabetiker… Geschmack muss man halt haben!

Der Drink ist trotz aller Süße voller subtiler kleiner Geschmacksbomben.
Jede einzelne Komponente ist present und kitzelt den Gaumen.
Besonders klasse finde ich den Moment, wenn der Kirschlikör sich den Weg in die Wahrnehmung bahnt.
Werther’s Sahnebonbons mit Früchten und Alkohol.

Sogar meine Süße, die süße Getränke verabscheut, musste zugeben, das der Drink zusammen mit etwas Blauschimmel Käse, eine Granate ist.

Also, gebt Euch einen Ruck, probiert es selber und stellt fest, daß das Leben voller Überraschungen ist!

Gestossen bin ich auf diesen feinen Drink vor langer Zeit, bei der Recherche für meinen Elsflether Sherry Abend, zu dem ich vom Don höchst persönlich inspiriert worden bin.
Leider habe ich ihn damals nicht serviert, denn heute bin ich überzeugt, er hätte überzeugt!

Wenn ich den Original Post auf SHERRY WHINE richtig interpretiere, ist der Drink von Christoph Cruse, damals tätig im Marriott Hotel Hamburg, entwickelt worden.

…Sweets for my sweet, sugar for my honey…

So long Victor … we’ll never forget!!

Zu Ehren des heutigen Todestages von Victor Bergeron, aka Trader Vic, eine kleine Tiki-like Kreation meinerseits!

 

Raul Duke’s
PRESSURE DROP
5 cl Myers Rum
2 cl Ruby Port
0,5 cl Creme de Cassis
0,5 cl Allspice Dram
2-3 cl Limette (je nach dem wie sauer die Limetten sind)
Auf Eis schütteln, in ein Longdrink Glas pouren und mit crushed Ice auffüllen.

Wer kennt ihn nicht?
Erfinder des wohl berühmtesten Tiki Drinks aller Zeiten, dem Mai Tai und natürlich unzähliger anderer fantastischer Cocktails.
Er überzog erst die USA und dann die gesamte Erdkugel mit seinen Bars und Restaurants und machte die Tiki Kultur weltberühmt!
In Deutschland existiert noch heute eines seiner Restaurants, im Hotel Bayrischer Hof in München.

Vic verstarb mit 81 Jahren am 11.10.1984.

Trinken wir heute einen leckeren Humpen auf sein Wohl und träumen einen feuchten Südsee Traum!

ES GIBT SCHON WEIHNACHTSMÄNNER IM SUPERMARKT

Wenn man zur Zeit einkaufen geht, merkt man, das Grauen naht, Weihnachten, mit all seinen gruseligen Begleiterscheinungen.
Das erinnert mich an letztes Jahr, mitte Dezember, ich hatte Langeweile, und stöberte in einem lange vergessenen, aber sehr witzigen Blog herum, dem KAISER PENGUIN.
Immer einen Besuch wert!
Dort stieß ich auf diesesen Drink:

 

PX SWIZZLE
6 cl Pedro Xeminez Sherry
3 cl Lemonheart Overproof
3 cl Limette
1 tl Pimentodram
1 Dash Angostura
Nutmeg for Garnish

Im Glas auf Crushed Ice bauen und Swizzeln bis das Glas anfängt zu frosten. Muskat darüber reiben und ab geht die Post.

Extrem süß, die typischen Demerara Melasse Noten des Rums vereinen sich mit dem klebrigen, schon fast Kaffee artigen Geschmack des Sherrys hervorragend.
Die drei Zentiliter Limette braucht der Drink allerdings dringend, um all die süßen Bestandteile zu kontern, die hier im Glas unterwegs sind.
Durch den Pimentodram, einem “Allspice” oder Piment Likör, bekommt die Geschichte für hiesige Geschmäcker einen leicht winterlichen Touch, auch wenn diese Art von Likör eigentlich eine karibische Erfindung ist, die Fans von Tiki Cocktails ein Begriff sein müsste.
Einiges an Bumms hat der Drink auch, wartet der Lemonheart doch mit satten 73% Alkohol auf.

Am zweiten Weihnachtstag 2017, nachmittags, so gegen 15 Uhr, kamen wir vom Essen bei Verwandten zurück nach Hause, mein Kopf war leer und meine Glieder waren schwer wie Blei, kurz um, ich war fertig vom Fressen und dem üblichen Geschwätz vorm Tannenbaum.

Ich bin straight an die Hausbar, mischte mir einen doppelten PX SWIZZLE, hab mich damit ins Bett gehauen, Glotze an und bin, berieselt von “drei Haselnüsse für Aschenbrödel”, selig eingeschlafen.

Als ich wieder zu mir kam, war das verflixte Fest der Freude ausgestanden.

Geht in Deckung, bucht ‘nen Urlaub, legt die Hörer daneben, rennet, rettet, flüchtet…

Oh je, du fröhliche…

TRINKEN UM ZU ZERSTREUEN …

Hier sind wir mal wieder beim Thema Schnaps mit Schnaps verrühren.
Es musste etwas starkes her!
Wir hatten spontan eine sehr gute Freundin zum Abendessen zu Besuch, die zwei Tage vorher, einen schweren Schicksalsschlag erlitten hatte und so suchte sie etwas Zerstreuung.
In Sachen Zerstreuung bin ich gut, verfüge über einiges Wissen in dem Bereich und über eine große Anzahl an Zerstreuungsrequisiten.
Sprich: Spirituosen, Liköre, Wermuts, Sirups und schicke Glasware!
Zitrusfrüchte oder Tonic waren zwar nicht im Haus und dry Martini Cocktail, wie auch der Manhattan, kommen in unserem Freundeskreis im allgemeinen nicht so gut an, aber trotzdem, wer zu uns nach Hause kommt, kann immer auf geistige Ergüsse zählen, verbale, wie auch flüssige!
Also was tun?
Ich hatte durchaus Lust auf einen Manhattan, aber für unseren Besuch musste es eine leichtere und zugänglichere Version her.
Da kam mir der RED HOOK in den Sinn, ebenfalls benannt nach einer Gegend in New York, genau wie sein weltbekannter Verwandter.
Statt nur Bourbon und italienischen Wermut zu benutzen, kommen hier Rye Whiskey und der etwas herbere Punt e Mez zum Einsatz. Gepimmt wird das Ganze durch eine fruchtige Portion Maraschino.
Das Resultat ist wesentlich lieblicher, als der sehr knackige Manhattan.
Ich steh total auf den Drink und neuerdings auch unsere liebe Freundin.

 

RED HOOK
6 cl Beam Rye Whiskey
1,5 cl Punt e Mez
1-1,5 cl Maraschino
Auf Eis sehr kalt rühren, abseihen und mit einer Kirsche garnieren.

Die Menge des Maraschino Likörs hängt vom jeweiligen Geschmack ab.

Da wir den ersten der vier Drinks direkt nach dem Essen tranken, habe ich mich für die süße Variante entschieden und habe die nachfolgenden dann etwas trockener werden lassen.

Wie schmeckt der RED HOOK denn nun?
Der erste Moment wird ganz klar vom Whiskey dominiert, aber innerhalb von Sekunden schalten sich Wein und Kirschnoten dazu und der Mund ist erfüllt von einem angenehm süßen, sehr runden Gesamteindruck, während die Kehle, durch die recht große Menge an Alkohol in diesem Drink, eine leicht ölige Wärme erfährt.

Für mich bis dato der beste gerührte Cocktail, den ich kenne!

Ebenfalls sehr lecker und in die gleiche Kerbe schlagend ist der Brooklyn Cocktail, mit dem ich den Abend beendet habe.

Der Brooklyn ist viel älter als der Red Hook und genau genommen resultiert letzterer aus dem ersten.

Wahrscheinlich entstand der Red Hook durch den Umstand, das Amer Picon seit langer Zeit in den USA nur schwer erhältlich ist. Man wird durch den Einsatz von Punt e Mez versucht haben die bitteren Noten des Picon zu ersetzen.

 

Brooklyn cocktail
6 cl Rye whiskey
2 cl roter Wermut
0,7 cl Maraschino
0,7 cl Amer Picon
Zubereitung wie beim Red Hook.

Das Foto entstand bei einem Versuch mit Bourbon. Das Foto war gut, die Rye Variante besser!

Ich habe an dieser Stelle mal wieder den 1776 Rye Barrelproof genommen, was den drink auf grund des hohen Alkoholgehalts sehr knallig macht.
Aber dieser Rye bringt einfach extrem viel wunderbare Würze in den Drink!
Wer nun die beiden Cocktails vergleicht, denkt schnell, das sie fast gleich schmecken müssen.
Weit gefehlt, bringt doch der PICON eine gehörige Menge bitteren, dunklen Malz ins Spiel und vor allem eine Orangen Note, die dem Ganzen einen komplett anderen Dreh gibt.
Erwähnt werden muss auf jeden Fall, des der Brooklyn im Original mit Dry Wermut gemixt wird und damit automatisch etwas trockener daher kommt.
Die Version mit rotem Wermut, die gelegentlich Bushwick genannt wird, schmeckt mir einfach besser und der Name Brooklyn gefällt mir besser.
Sucht es Euch aus, welche Variante Euch besser gefällt, der Don ist in jedem Fall in der Lage, alle genannten Drinks in der gewohnten Qualität zu servieren.

Die Mission des Abends war ebenfalls sehr erfolgreich, es wurde gegessen, getrunken, ausgelassen gequasselt und viel gelacht!

BUZZIN‘ AND HUMMIN‘…

Ich wollte schon lange mal über THE BEE‘S KNEES schreiben, ein Gin Sour, der mit Honig statt des üblichen Zuckers gesüßt ist.
Entstanden in Zeiten der Prohibition, häufig in Verwendung von üblem, schwarz gebrannten Gin, oder in der heimischen Badewanne zusammen gepanschtem Bathtube Gin, brauchte man etwas, um die Fusel Noten dieser Spirituosen zu kaschieren.
Honig ist zu diesem Zwecke hervorragend geeignet, seine schwere Süße legt sich wie ein Film auf die Zunge, lenkt die Aufmerksamkeit weg von der Spirituose, hin zu warmen Sommerwiesen, den Honig Stullen bei Oma oder weckt ähnliche persönliche Assoziationen.
Zusätzlich verleiht er diesem Drink eine wunderbare, schon fast cremige Textur, was sehr angenehm ist.

 

THE BEE‘S KNEES
6 cl Tanqueray Gin
3 cl Zitrone
2 cl Honigsirup 2/1
Alle Zutaten auf Eis schütteln und in eine Cocktail Schale abseihen.
Straight up servieren.

REFRESHING!!!! SIMPLY GOOD, SIMPLY GOD!!!

Als Spirituose findet hier, wie meistens, wenn es sich um Gin handelt, der gute alte Tanqueray Verwendung.

Jeden Tag kommt ein neuer Gin daher, mit Schnick und Schnack, was weiß ich…aber um, wie in diesem Fall, bei London Dry Gin zu bleiben, was soll ich mit dem ganzen fancy Kram? Da bleibe ich gerne bei einem Produkt, das seit Generationen fantastische Qualität liefert, auch auf die Gefahr hin, als nicht sophisticated genug zu gelten.

Die Menge des Honigs sollte nach persönlichem Geschmack und der Süße des verwendeten Honigs eventuell nach justiert werden.
Ich mag es in diesem Fall gerne crisp, mit viel Säure, um den Honig in Schach zu halten.

Bei der Recherche zu diesem Drink, stieß ich immer wieder auf eine recht weit verbreitete Abwandlung des BEE‘S KNEES, der die gleiche Architektur aufweist, aber Rum als Spirituose zum Einsatz bringt.
Buzzzz, Buzzzz, Buzzzz…

 

THE HONEY BEE!
6 cl Rum
2 cl Honigsirup 2/1
1,5 Limette
1-2 Dashes Orange Bitters
Zubereitung wie oben.
Straight up oder on the Rocks servieren, jeder wie er möchte!

Ein Gaumenschmeichler, Rum und Honig lieben einander, als wären sie eins!
Ich mag es gerne mit weißem Agricole, in diesem Fall Neisson 55% vol.
Dieser Martinique Rhum weißt neben den für alle Agricoles typischen grünen, grasigen, auch noch massenweise Noten von überreifen Früchten, wie Bananen und Papayas auf.
Der Drink funktioniert aber auch hervorragend mit Melasse Rum jeglichen Ursprungs!
Ein schön kräftiger Jamaika Rum, wie Myers original Dark, der von mir geliebte Wray & Nephew Overproof, oder ganz simpel, Havana Club 3 Años aus Cuba, es kommt einzig auf die persönliche Präferenz an!!

Für den besonderen Kick, probiert es mit Stiggin’s Fancy Pinaple Rum, ein Hammer…

Mit Tequila nenne ich diesen Cocktail THE WASP.

Zu guter Letzt sei noch ein weiterer Drink zu erwähnen, auf den ich schon vor langer Zeit Bezug genommen habe, in meinem Post zu dem von mir selbst gebastelten DIGGERS COUGH.

 

T.J. Siegal‘s
GOLD RUSH COCKTAIL
6 cl Bourbon oder Rye
2 cl Honigsirup 2/1
1,5-2 cl Zitrone
Auf Eis Schütteln und abseihen.
On the Rocks servieren.

Wie die beiden vorhergehenden Drinks, ebenfalls ein Getränk erster Klasse!
Mit Bourbon schon unglaublich gut, aber noch viel besser mit 58 prozentigem 1776 Rye Barrel Proof!!
Dieser, meines Erachtens pur fast ungenießbare, jedoch zum mixen bestens geeignete, aufdringliche, Ecken und Kanten aufweisende Rye Whiskey, geht mit dem Honig eine Verbindung ein, die unwiderstehlich ist.
Im Gegensatz zu den oben genannten, sehr harmonisch und lieblich daher kommenden Drinks, ist dieser sehr funky, leicht aggressiv und da durch viel interessanter in seiner Aromatik.
KING BEE wäre wohl der passendere Name.
Diese sehr robuste Variante service ich grundsätzlich on the Rocks.

Nichts für schwangere Frauen und kleine Kinder!!!

Keep on buzzzin‘ and hummin‘…