Hala Kahiki Mai Tai Roa Aé – Der Pineapple Mai Tai

Als sie auf die Frage „Wie willst du deinen Mai Tai?“
„Mit Ananas und Orange!“ antwortete,
wußte er das sie die Geschichte des Mai Tai ebensowenig interessierte,
wie sie jemals von Don & Vic gehört hatte,
innerlich rollte er mit den Augen und dachte kurz nach …

“Ananas geht!“, sagte er dann.

Willkommen zum 100ten Post auf unserem Blog,
seit knapp zwei Jahren versorgen Raul Duke und Don Sling
euch mit lesenwertem über trinkenwertes.

Bei so viel Schaden der dem Mai Tai angetan wurde,
erlaubt es sich auch heute nicht daran herum zu basteln.
Die Genfer Barkeeper Konvention würde es verbieten wenn es sie gäbe.

Obwohl …
Trader Vic hat uns durch die eigene Revision seines Drinks,
die durch das Verschwinden des Original Rums und dessen Ersatz nötig wurde,
einen klitzekleinen Spielraum eingeräumt.

Den nutzen wir jetzt mal aus, denn wir müssen irgendwie Ananas in den Drink bekommen.
Als ich vor geraumer Zeit meine erste Flasche Plantation Stiggins Fancy Pineapple in die Finger bekam,
war ich begeistert, nach langer Zeit mal wieder ein „Spiced“ Rum der was taugt und auch noch dauerhaft verfügbar ist, ohne Probleme.
Nach ersten Versuchen in Richtung Daiquiri Rum Sour, wir nehmen es mal ganz genau,
und Rumhattan, die gute Ergebnisse brachten war es Zeit für mehr:

Hala Kahiki Mai Tai Roa Aé – Der Pineapple Mai tai

3cl Plantation Pineapple
3cl Wray & Nephew White Overproof
3-4cl frische Limette
1,5cl Ferrand Dry Curaçao (nicht wegen der gleichen Herkunft sondern wegen des „Dry“)
1cl Orgeat
1cl Rohrzuckersirup

Auf Eiswürfel oder Crushed Ice kräftig schütteln das der Drink sich gut verdünnt und richtig kalt wird.
In Double Old Fashioned Glas pouren und mit der schönen Seite der ausgepressten Limette und einem Minzzweig garnieren.
Aus gegebenem Anlass passt natürlich auch eine Ananas Garnitur.
Der Wray & Nephew wurde gewählt da er ähnlich fruchtig floral wie ein Agricole daher kommt
und zur Geschichte passt.

Mmmh”, sagte sie, “Trader Vic wäre erfreut.”
Er war entzückt und liess sich zu ihr aufs Sofa herunter.

Ray oder RayRay? Der Ray Bar(r)ientos – Ein Update

Als ich Thanos Prunarus vor ein paar Jahren auf dem Rumfest traf,
ahnte ich noch nicht was das für mich bedeuten würde.

Ein knappes Jahr später auf dem Rückweg von den Inseln,
besuchten wir Thanos in Athen und verbrachten einen perfekten Bar Abend im Baba au Rum.

Thanos und sein Team im Baba au Rum in Athen haben mich bartechnisch in den letzten Jahren am meisten begeistert und mein eigenes Mixing nach vorne gebracht.

Phantastische Drinks wie Cilantro Fresca und natürlich der Ray Bar(r)ientos,
womit wir beim Thema sind, haben ihren Ursprung in der wohl besten Bar Athens.

Wieder in heimischen Gefilden präsentierte ich den griechischen Tiki Drink meinen Gästen
und sie hatten einen neuen Liebling. Den mein Co Raul Duke hier  ja schon vorgestellt hat.

Wie auf dem Bild zu sehen stand der Ray Bar(r)ientos seitdem mehrfach auf Monats und Spezial Menues der Mprezz, allerdings in zwei unterschiedlichen Schreibweisen,
anbei das Menue aus dem Baba au Rum mit dem Ray Barientos und der Ray Barrientos im 10th Anniversary Sippin’ Safari von Jeff Berry.

Und um das richtig zustellen, sei hier noch mal auf den Namensgeber des Drinks hingewiesen,

der Tiki-Barkeeper Ray Barrientos der zusammen mit Bob Estimo für Steve Cranes Kon Tiki Kette arbeitete, for further reading sei hier Jeffs Sippin’ Safari und natürlich das Book of Tiki von Sven Kirsten empfohlen.

Aber nun zum Drink:

Ray Bar(r)ientos auf der Mprezz

5cl Plantation Belize – Guatemala Gran Añejo

2,5cl frische Limette

2cl frische Orange

1,5cl Zimtsirup (Barmade versteht sich.)

1cl Cherry Brandy

Dashes Angostura Bitters

Garnitur Zimtstange oder Orangen Zeste

In dem Sinne Aloha & Mahalo nach Athen und NOLA

 

W2 – Williams & Walnut

Zum fünften Jubiläum der Mprezz brachte mir ein Gast eine Flasche Williams Christ Birnenbrand der Firma W2 – Wurm & Wurm mit.

Die Idee dahinter ist ein Williams Sour der mich schon eine Weile begleitet und nun zur Vollendung gelangte.
Wichtig ist das es ein fruchtiger Birnenbrand ist, sonst funktioniert das nicht.

Um daraus was schönes zu machen wird der Sour mit einem Eiweiss veredelt,
das nimmt dem Brand ein paar Spitzen und dann mit Black Walnut Bitter garniert.

W2 -Williams & Walnut Sour
4-5cl W2 Birnenbrand
2,5cl Zitrone
1,5cl Zucker
1 Eiweiss

Alles sehr kräftig shaken (1x ohne Eis 1x mit wem’s Spass macht) und
straight up in eine vorgekühlte Cocktailschale feinstrainen.
Dasches Walnut Bitters auf die schaumige Haube träufeln.

In der Mix wurde im Februar das Thema Sours angeschnitten also
Machte ich doch einfach mal ’nen Sour!
Das ist nie falsch,
Schnapps mit Schnapps verrühren kommt auf die Dauer
auch ganz schön arrogant rüber 😉

Wohl bekomms!

¡Entonces! – Mezcal Cilantro Smash

Trotz kleinem Hype und tollen Produkten,
wird der rauchige Agavenbrand aus Oaxaca wohl immer ein Stiefkind
der Bar bleiben und oft im Rückbüffet verstauben.

Aber hin und wieder kommt ein Gast und fordert uns heraus.
Und Barkeeper sollten sich eh die Mühe machen mit Mezcal zu arbeiten,
er ist auf jeden Fall eine Bereicherung für die Bar
und für den anspruchsvollen Gast.

Einige Mezcal Drinks kursieren hier und da,
oft sind sie leider überladen mit Schnick Schnack.
Eventuell um den gewöhnungsbedürftigen Geschmack des Mezcals zu überdecken,
aber denn kann man es eigentlich auch gleich lassen.
Dabei lässt sich die Rauchnote durch einfache Zugabe von etwas Zucker und Citrus
gut von der fruchtigen Agavennote lösen die dahinter verborgen liegt,
der Koriander erhöht die Frische und paßt eh gut zum Mexikanischen
und es entsteht ein besonderer flüssiger Genuss.
Und so läßt sich auch beharrlichen Zweiflern ein Mezcaldrink schmackhaft machen.

¡Entonces!

4-5cl Mezcal
1,5cl Agaven Dicksaft
3cl Zitrone

Zwei Dutzend Koriander Blätter

Kräftig auf Würfeln schütteln

und in ein gekühltes Cocktailglas feinstrainen
sorgsam ein schönes Korianderblatt auf der Oberfläche platzieren.

Gegrüßt sei an dieser Stelle Jörg Meyer,
der vor ca. zehn Jahren mit dem Gin Basil Smash ersann
und der demnach natürlich nicht ganz unschuldig ist bei oben stehender Idee.

¡Salute!