Ron-Rum-Rhum of the Caribbean

Am Freitag gab es ein kleines caribisches Insel Hopping mit drei großartigen Rums die alle ohne zusätzliche Zuckerzugabe auskommen, löblich!

Inspiriert von verschiedenen Büchern und Filmen die ich kürzlich sah, kam die Idee euch drei sehr authentische Rums vorzustellen die vielleicht auch zur Piratenzeit schon ähnlich geschmeckt haben mögen.

Jeder für sich ist ein markanter Vertreter seines Stils, der durch die jeweilige Destillations Kunst der Kolonialmacht geprägt ist, die die Inseln einst bzw. bis heute unterjochen.

Alle drei Rums haben gemein das es sich um Spirituosen handelt,
die den Namen auch verdienen, alle haben Biss, klingt dieser ab wird man beim Trinken durch wunderschöne rumtypische Aromen belohnt, gepaart mit einer dezenten Süße, die viele Rumtrinker mit ihren Vorlieben für gezuckerte Gesöffe gar nicht verstehen würden.

Aber das ist Rum!

Als Belohnung nach getaner Verkostungsarbeit wurde noch ein besonderer Mai Tai serviert,
der mit Montebello 6 Jahren, Mount Gay Eclipse und Clement Creole Shrubb gemixt wurde.

Ahoi!

AMARO MIA, DIE ZWEITE

Weil es so schön war, noch ein weiterer Cynar Drink, aber dieses Mal treffen die herbstlichen Kräuternoten dieses Amaro auf typische Tiki Zutaten.
Hat mich umgehauen, sehr, sehr lecker!

Jen Akin‘s
THE TURNBUCKLE
3 cl Cynar
2 cl Jamaica Rum
2 cl Zitrone
1,5 cl Passionsfrucht
0,8 cl Orgeat
Auf Eis schütteln, in einen Tumbler pouren und gegebenenfalls mit Crushed Ice auffüllen.

Habe das Rezept, das ich auf PUNCHDRINK entdeckt habe, mit Myers’s und wahlweise Wray & Nephew ausprobiert.
Der weiße Rum hat mir wesentlich besser gefallen.

Klasse, wie dieser Drink auf der Zunge einschlägt.
Die Kombination der Zutaten, außer dem Amaro, kennt man aus diversen Tiki Drinks und sie funktioniert hervorragend.
Üblicherweise würde in solchen Drinks zwei bis dreimal so viel Rum zum Einsatz kommen,
häufig eine Mischung aus verschiedenen Marken und man könnte glauben einen original Trader Vic zu trinken.
Hier wird aber der harte Alkohol zum Teil durch einen Likör ersetzt, der zwar von seiner Umdrehungszahl schwächer ist, geschmacklich aber um so potenter.
Der Cynar harmoniert der Art gut mit Passionsfrucht und vor allem mit der Mandel,
dass ich das Zeug von morgens bis abends saufen könnte!

Ihr auch, freitags und samstags an Board der S.S.MPREZZ.

Leinen los … auf zu fernen Ufern, Feste feiern, mit dem Don und Adriano

So long Victor … we’ll never forget!!

Zu Ehren des heutigen Todestages von Victor Bergeron, aka Trader Vic, eine kleine Tiki-like Kreation meinerseits!

 

Raul Duke’s
PRESSURE DROP
5 cl Myers’s Rum
2 cl Ruby Port
0,5 cl Creme de Cassis
0,5 cl Allspice Dram
2-3 cl Limette (je nach dem wie sauer die Limetten sind)
Auf Eis schütteln, in ein Longdrink Glas pouren und mit crushed Ice auffüllen.

Wer kennt ihn nicht?
Erfinder des wohl berühmtesten Tiki Drinks aller Zeiten, dem Mai Tai und natürlich unzähliger anderer fantastischer Cocktails.
Er überzog erst die USA und dann die gesamte Erdkugel mit seinen Bars und Restaurants und machte die Tiki Kultur weltberühmt!
In Deutschland existiert noch heute eines seiner Restaurants, im Hotel Bayrischer Hof in München.

Vic verstarb mit 81 Jahren am 11.10.1984.

Trinken wir heute einen leckeren Humpen auf sein Wohl und träumen einen feuchten Südsee Traum!

ES GIBT SCHON WEIHNACHTSMÄNNER IM SUPERMARKT

Wenn man zur Zeit einkaufen geht, merkt man, das Grauen naht, Weihnachten, mit all seinen gruseligen Begleiterscheinungen.
Das erinnert mich an letztes Jahr, mitte Dezember, ich hatte Langeweile, und stöberte in einem lange vergessenen, aber sehr witzigen Blog herum, dem KAISER PENGUIN.
Immer einen Besuch wert!
Dort stieß ich auf diesesen Drink:

 

PX SWIZZLE
6 cl Pedro Xeminez Sherry
3 cl Lemonheart Overproof
3 cl Limette
1 tl Pimentodram
1 Dash Angostura
Nutmeg for Garnish

Im Glas auf Crushed Ice bauen und Swizzeln bis das Glas anfängt zu frosten. Muskat darüber reiben und ab geht die Post.

Extrem süß, die typischen Demerara Melasse Noten des Rums vereinen sich mit dem klebrigen, schon fast Kaffee artigen Geschmack des Sherrys hervorragend.
Die drei Zentiliter Limette braucht der Drink allerdings dringend, um all die süßen Bestandteile zu kontern, die hier im Glas unterwegs sind.
Durch den Pimentodram, einem “Allspice” oder Piment Likör, bekommt die Geschichte für hiesige Geschmäcker einen leicht winterlichen Touch, auch wenn diese Art von Likör eigentlich eine karibische Erfindung ist, die Fans von Tiki Cocktails ein Begriff sein müsste.
Einiges an Bumms hat der Drink auch, wartet der Lemonheart doch mit satten 73% Alkohol auf.

Am zweiten Weihnachtstag 2017, nachmittags, so gegen 15 Uhr, kamen wir vom Essen bei Verwandten zurück nach Hause, mein Kopf war leer und meine Glieder waren schwer wie Blei, kurz um, ich war fertig vom Fressen und dem üblichen Geschwätz vorm Tannenbaum.

Ich bin straight an die Hausbar, mischte mir einen doppelten PX SWIZZLE, hab mich damit ins Bett gehauen, Glotze an und bin, berieselt von “drei Haselnüsse für Aschenbrödel”, selig eingeschlafen.

Als ich wieder zu mir kam, war das verflixte Fest der Freude ausgestanden.

Geht in Deckung, bucht ‘nen Urlaub, legt die Hörer daneben, rennet, rettet, flüchtet …

Oh je, du fröhliche …

BUZZIN‘ AND HUMMIN‘…

Ich wollte schon lange mal über THE BEE‘S KNEES schreiben, ein Gin Sour, der mit Honig statt des üblichen Zuckers gesüßt ist.
Entstanden in Zeiten der Prohibition, häufig in Verwendung von üblem, schwarz gebrannten Gin, oder in der heimischen Badewanne zusammen gepanschtem Bathtube Gin, brauchte man etwas, um die Fusel Noten dieser Spirituosen zu kaschieren.
Honig ist zu diesem Zwecke hervorragend geeignet, seine schwere Süße legt sich wie ein Film auf die Zunge, lenkt die Aufmerksamkeit weg von der Spirituose, hin zu warmen Sommerwiesen, den Honig Stullen bei Oma oder weckt ähnliche persönliche Assoziationen.
Zusätzlich verleiht er diesem Drink eine wunderbare, schon fast cremige Textur, was sehr angenehm ist.

 

THE BEE‘S KNEES
6 cl Tanqueray Gin
3 cl Zitrone
2 cl Honigsirup 2/1
Alle Zutaten auf Eis schütteln und in eine Cocktail Schale abseihen.
Straight up servieren.

REFRESHING!!!! SIMPLY GOOD, SIMPLY GOD!!!

Als Spirituose findet hier, wie meistens, wenn es sich um Gin handelt, der gute alte Tanqueray Verwendung.

Jeden Tag kommt ein neuer Gin daher, mit Schnick und Schnack, was weiß ich…aber um, wie in diesem Fall, bei London Dry Gin zu bleiben, was soll ich mit dem ganzen fancy Kram? Da bleibe ich gerne bei einem Produkt, das seit Generationen fantastische Qualität liefert, auch auf die Gefahr hin, als nicht sophisticated genug zu gelten.

Die Menge des Honigs sollte nach persönlichem Geschmack und der Süße des verwendeten Honigs eventuell nach justiert werden.
Ich mag es in diesem Fall gerne crisp, mit viel Säure, um den Honig in Schach zu halten.

Bei der Recherche zu diesem Drink, stieß ich immer wieder auf eine recht weit verbreitete Abwandlung des BEE‘S KNEES, der die gleiche Architektur aufweist, aber Rum als Spirituose zum Einsatz bringt.
Buzzzz, Buzzzz, Buzzzz…

 

THE HONEY BEE!
6 cl Rum
2 cl Honigsirup 2/1
1,5 Limette
1-2 Dashes Orange Bitters
Zubereitung wie oben.
Straight up oder on the Rocks servieren, jeder wie er möchte!

Ein Gaumenschmeichler, Rum und Honig lieben einander, als wären sie eins!
Ich mag es gerne mit weißem Agricole, in diesem Fall Neisson 55% vol.
Dieser Martinique Rhum weißt neben den für alle Agricoles typischen grünen, grasigen, auch noch massenweise Noten von überreifen Früchten, wie Bananen und Papayas auf.
Der Drink funktioniert aber auch hervorragend mit Melasse Rum jeglichen Ursprungs!
Ein schön kräftiger Jamaika Rum, wie Myers original Dark, der von mir geliebte Wray & Nephew Overproof, oder ganz simpel, Havana Club 3 Años aus Cuba, es kommt einzig auf die persönliche Präferenz an!!

Für den besonderen Kick, probiert es mit Stiggin’s Fancy Pinaple Rum, ein Hammer…

Mit Tequila nenne ich diesen Cocktail THE WASP.

Zu guter Letzt sei noch ein weiterer Drink zu erwähnen, auf den ich schon vor langer Zeit Bezug genommen habe, in meinem Post zu dem von mir selbst gebastelten DIGGERS COUGH.

 

T.J. Siegal‘s
GOLD RUSH COCKTAIL
6 cl Bourbon oder Rye
2 cl Honigsirup 2/1
1,5-2 cl Zitrone
Auf Eis Schütteln und abseihen.
On the Rocks servieren.

Wie die beiden vorhergehenden Drinks, ebenfalls ein Getränk erster Klasse!
Mit Bourbon schon unglaublich gut, aber noch viel besser mit 58 prozentigem 1776 Rye Barrel Proof!!
Dieser, meines Erachtens pur fast ungenießbare, jedoch zum mixen bestens geeignete, aufdringliche, Ecken und Kanten aufweisende Rye Whiskey, geht mit dem Honig eine Verbindung ein, die unwiderstehlich ist.
Im Gegensatz zu den oben genannten, sehr harmonisch und lieblich daher kommenden Drinks, ist dieser sehr funky, leicht aggressiv und da durch viel interessanter in seiner Aromatik.
KING BEE wäre wohl der passendere Name.
Diese sehr robuste Variante service ich grundsätzlich on the Rocks.

Nichts für schwangere Frauen und kleine Kinder!!!

Keep on buzzzin‘ and hummin‘…