AMARO MIA, DIE ZWEITE

Weil es so schön war, noch ein weiterer Cynar Drink, aber dieses Mal treffen die herbstlichen Kräuternoten dieses Amaro auf typische Tiki Zutaten.
Hat mich umgehauen, sehr, sehr lecker!

Jen Akin‘s
THE TURNBUCKLE
3 cl Cynar
2 cl Jamaica Rum
2 cl Zitrone
1,5 cl Passionsfrucht
0,8 cl Orgeat
Auf Eis schütteln, in einen Tumbler pouren und gegebenenfalls mit Crushed Ice auffüllen.

Habe das Rezept, das ich auf PUNCHDRINK entdeckt habe, mit Myers’s und wahlweise Wray & Nephew ausprobiert.
Der weiße Rum hat mir wesentlich besser gefallen.

Klasse, wie dieser Drink auf der Zunge einschlägt.
Die Kombination der Zutaten, außer dem Amaro, kennt man aus diversen Tiki Drinks und sie funktioniert hervorragend.
Üblicherweise würde in solchen Drinks zwei bis dreimal so viel Rum zum Einsatz kommen,
häufig eine Mischung aus verschiedenen Marken und man könnte glauben einen original Trader Vic zu trinken.
Hier wird aber der harte Alkohol zum Teil durch einen Likör ersetzt, der zwar von seiner Umdrehungszahl schwächer ist, geschmacklich aber um so potenter.
Der Cynar harmoniert der Art gut mit Passionsfrucht und vor allem mit der Mandel,
dass ich das Zeug von morgens bis abends saufen könnte!

Ihr auch, freitags und samstags an Board der S.S.MPREZZ.

Leinen los … auf zu fernen Ufern, Feste feiern, mit dem Don und Adriano

ICH HÖRE EUCH SCHON SCHREIEN …

… „puhh, ist das süß!“
Der Drink ist süß, sogar verdammt süß, aber verehrte Leser, Ihr sollt euch damit ja auch nicht voll laufen lassen!
Dieser Cocktail ist wie ein Dessert nach einem guten Essen und genau als solches sollte man ihn genießen.
Gerade jetzt, wo die Zeit naht, in der man Gäste empfängt und sie mit deftigen Rinderbraten, opulenten Saucen, Rotkohl und Semmelknödel bewirtet.
Genau das habe ich am Samstag gemacht.
Üblicherweise verwöhnen wir unsere Freunde im Anschluss an solche lukullischen Ausschweifungen mit einem Dessert und darauf folgend, mit einer schönen Käseplatte, die dann den Rest des Abends auf dem Tisch bleibt.
Dieses Mal haben die beste Ehefrau und ich beides vereint.
Es gab keine Île Flottante oder Crème Brûlée, dafür sind wir direkt zur Käseplatte übergegangen, begleitet von einem süßen Cocktail, dem WERTERS MAGIC…

 

WERTHERS MAGIC
4 cl Perdro Ximénez Sherry der Marke Lustau
2 cl Apricot Brandy
2 cl Cherry Brandy
0,8 cl Amaretto
2 cl Sahne
Auf Eis schütteln und in eine vorgekühlte Cocktail Schale abseihen.

Optisch läßt es das schlimmste vermuten.
„Oh nein, ein Glas Bailey‘s Creme, ich, äh … muss noch weg, … mhhh…äh, der Babysitter …“

Aber scheiss drauf, es ist nur die Optik!
Eure Partner*innen habt Ihr ja schließlich auch nicht nur danach ausgesucht, wie sie aussehen.
Ich kleiner Süßer bin z.B. Diabetiker, Geschmack muss man halt haben!

Der Drink ist trotz aller Süße voller subtiler kleiner Geschmacksbomben.
Jede einzelne Komponente ist present und kitzelt den Gaumen.
Besonders klasse finde ich den Moment, wenn der Kirschlikör sich den Weg in die Wahrnehmung bahnt.
Werther’s Sahnebonbons mit Früchten und Alkohol.

Sogar meine Süße, die süße Getränke verabscheut, musste zugeben, das der Drink zusammen mit etwas Blauschimmel Käse, eine Granate ist.

Also, gebt Euch einen Ruck, probiert es selber und stellt fest, daß das Leben voller Überraschungen ist!

Gestossen bin ich auf diesen feinen Drink vor langer Zeit, bei der Recherche für meinen Elsflether Sherry Abend, zu dem ich vom Don höchst persönlich inspiriert worden bin.
Leider habe ich ihn damals nicht serviert, denn heute bin ich überzeugt, er hätte überzeugt!

Wenn ich den Original Post auf SHERRY WHINE richtig interpretiere, ist der Drink von Christoph Cruse, damals tätig im Marriott Hotel Hamburg, entwickelt worden.

“… Sweets for my sweet, sugar for my honey …”

VIEL HEISS, VIEL DURST…

Vorgestern war es so heiß, das ich mich bei geschlossenen Fenstern und zu gezogenen Gardinen zu Hause im kühlen verbarrikadiert habe.
Es war mir allerdings noch nicht kühl genug, eine Erfrischung mußte her, einfach und schnell gemacht, denn bei diesem Wetter ist jede Bewegung zu viel schon eine Tortur!
Da erinnerte ich mich an einen Abend am Tresen der MPREZZ…

Ich sah, schräg hinter dem kahl rasierten Schädel des allseits geliebten Don, auf dem obersten Regalbrett, versteckt hinter anderen Spirituosen, eine Flasche mit einem recht markanten Flaschendeckel.
Um es kurz zu machen, es war eine Flasche Amaretto Disaronno.
Jugenderinnerungen kamen hoch, ca. 1985, Amaretto Cola mit anschließendem Toiletten Besuch, Kopf nach unten.
Wer aufmerksam meine Posts liest, stößt immer wieder auf solche Bemerkungen, tut mir Leid!
Die sind dem Umstand geschuldet, im Ammerland aufgewachsen zu sein, da wurde halt schon früh sehr viel getrunken.
Ich wurde neugierig, und fragte den Don, was er denn gewöhnlich mit diesem Teufelszeug zusammen fabriziert.
Er sagte, das er im Grunde genommen nur einen einzigen Drink damit mixt, für einen einzigen Gast, der ab und zu danach fragt.
Ich hab dann zwei davon getrunken, da es wirklich hervorragend geschmeckt hat!

Charles Schumann‘s
AMARETTO SOUR
5 cl Amaretto
3 cl Zitrone
1 Orangenachtel

Auf Eis schütteln und auf frisches Eis abseihen.
Orangenachtel darauf ausquetschen.
Mit einer Kirsche garnieren.

In diesem Fall habe ich in Ermangelung einer Orange völlig eigenmächtig ein Achtel Pink Grapefruit über dem Drink ausgequetscht und auch als Garnitur Grapefruit benutzt.
Gibt dem ganzen einen anderen Touch, etwas saurer, etwas bitterer, ist aber auch sehr lecker!

Sehr einfacher Drink, großartig im Geschmack.

Mit Amaretto!?!

Wer hätte das gedacht!

P.S. Wer jetzt noch die Orange, bzw. die Grapefruit weg lässt, dafür aber einen großzügig bemessenen Zentiliter Campari hinzufügt, der hat Eier… äh, Geschmack!

 

W2 – Williams & Walnut

Zum fünften Jubiläum der Mprezz brachte mir ein Gast eine Flasche Williams Christ Birnenbrand der Firma W2 – Wurm & Wurm mit.

Die Idee dahinter ist ein Williams Sour der mich schon eine Weile begleitet und nun zur Vollendung gelangte.
Wichtig ist das es ein fruchtiger Birnenbrand ist, sonst funktioniert das nicht.

Um daraus was schönes zu machen wird der Sour mit einem Eiweiss veredelt,
das nimmt dem Brand ein paar Spitzen und dann mit Black Walnut Bitter garniert.

W2 -Williams & Walnut Sour
4-5cl W2 Birnenbrand
2,5cl Zitrone
1,5cl Zucker
1 Eiweiss

Alles sehr kräftig shaken (1x ohne Eis 1x mit wem’s Spass macht) und
straight up in eine vorgekühlte Cocktailschale feinstrainen.
Dasches Walnut Bitters auf die schaumige Haube träufeln.

In der Mix wurde im Februar das Thema Sours angeschnitten also
Machte ich doch einfach mal ’nen Sour!
Das ist nie falsch,
Schnapps mit Schnapps verrühren kommt auf die Dauer
auch ganz schön arrogant rüber 😉

Wohl bekomms!

THE APPEARANCE

Ich konnte jetzt, nach all dem Vergangenen, einen kräftigen Sour vertragen, denn ich weinte immer noch der schönen Pauline hinterher, und suchte Linderung und Vergessen im Trunke.

In meiner Bitterkeit durschtöberte ich mein Schnapskabinett, nam dieses und jenes in meine Finger, streichelte mal die eine, dann die andere Flasche und fand die Erlösung, eine Erscheinung, ja, eine wahre Erscheinung.

Die Flasche Williams Birnenbrand.

Ich hatte sie nicht mehr benutzt seit…., ach, ich weiß nicht wann.

Staubig stand sie da, neben der gleichfalls angestaubten und lange vernachlässigten Pulle Lambig, einem bretonischen Apfelbrand, dem Calvados sehr ähnlich.

Konnten die Beiden helfen meinen Kummer zu vergessen……

Ich gab ihnen eine Chance!

 

Raul Dukes
THE APPEARANCE

3 cl LAmbig oder Calvados
2 cl Birne
3 cl Zitrone
2 cl Zuckersirup
1 cl Ingwersirup
Dashes Pimentodram
Alle Zutaten auf Eis schütteln und auf frisches Eis in einen Tumbler abseihen.

Jawoll, das hilft!

Die fruchtig liebliche Birne kommt zuerst, gepaart mit scharfer Zitrone.
Beim Schlucken und im Abgang kommt deutlich und klar der schwere Apfelbrand zur Geltung, unterstützt von Ingwer und exotischen Gewürzaromen vom Pimentodram.
Die Birne bleibt bis zum Schluss.

Lecker zum Lecken alter Wunden.

Kein Trinken um zu vergessen, trinken um der Erleuchtung Willen!

Ihr braucht nicht nach Lourdes oder Santiago de Compostella.

APPLE, PEAR…APPEARANCE!!!

Übrigens, man lasse den Ingwersirup in der Flasche, mischt folgende Zutaten und erhält:

Raul Dukes
THE APPEARANCE OF BUCK

3 cl Calvados o.ä.
3 cl Birnenbrand
2 cl Zitrone
1 Tl Pimentodram
1 Dash Angostura
Auf Eis schütteln und auf frisches eis abseihen.
mit 4-5 cl Gingerbeer auffüllen und kurz umrühren.

Nicht ganz so schön wie der Sour, aber trotzdem, nicht zuletzt wegen des absolut geilen Namens erwähnenswert!

Go for it!!